Generationen verbinden

Projekt „Generationen verbinden“ ermöglicht Begegnungen zwischen Jung und Alt

Bad Nauheim. Mit einem fröhlichen „Hallo, schön, dass du da bist“ begann ein besonderes Treffen zwischen Kindern und Senior*innen. Und schnell war spürbar: Hier entsteht etwas Großes. Das Projekt „Generationen verbinden“, ein gemeinschaftliches Angebot des Kinderschutzbundes Friedberg-Bad Nauheim, Diakoniewerks Elisabethhaus und der Tagespflege an der Sodenschmiede, hat sich zum Ziel gesetzt, junge und ältere Menschen regelmäßig zusammenzubringen, um so ein wichtiges Zeichen gegen Einsamkeit im Alter zu setzen und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern. Nach einem ersten Treffen in der Tagespflege folgte am Dienstag das zweite Treffen im Elisabethhaus.

Nach der musikalischen Begrüßung stellten sich die acht Kinder aus dem Kinderhaus „Auf der Apfelwiese“ und die neun Senior*innen gegenseitig vor. Besonders beeindruckend für die Kleinen: Manche der älteren Teilnehmenden sind um die 100 Jahre alt. Entsprechend viel haben sie erlebt und teilten freudig ihre früheren Berufe und auch manch lustige Anekdote. Es entstand ein lebendiger Austausch, begleitet von Staunen und ehrlichem Interesse. „Es ist schön zu sehen, wie beide Gruppen ohne Vorbehalt ins Gespräch kommen und sich einfach völlig frei austauschen“, so Sophia Müller, Leitung Soziale Betreuung im Diakoniewerk Elisabethhaus, die die Treffen je nach Lokalität neben Sonja Nowak, Pflegedienstleitung der Tagespflege, begleitet.

Passend zur Jahreszeit stand danach das Thema Fasching im Mittelpunkt. Müller hatte eine Tüte voller Gegenstände dabei, die mal mehr, mal weniger mit Fasching in Verbindung standen. Die Aufgabe: Was könnte als Verkleidung genutzt werden, was ist eher ein Alltagsgegenstand. Beim Abschlussspiel erreichte das Treffen seinen Höhepunkt und es hielt sprichwörtlich keinen mehr auf seinem Platz. Gemeinsam spannten alle ein Schwungtuch und versuchten einen Luftballon über diesem zu halten. Ein wahres Schauspiel.

„Solche Begegnungen sind keine Selbstverständlichkeit. Viele ältere Menschen leiden unter Einsamkeit, insbesondere wenn die Familie nicht in der Nähe ist. Und auch nicht alle Kinder genießen das Privileg, Großeltern vor Ort zu haben. Genau da möchten wir mit unserem Projekt anknüpfen. Wir schaffen einen Raum für Begegnungen, von denen Jung wie Alt profitieren und das nicht nur einmalig, sondern regelmäßig, um richtige Beziehungen zwischen den Generationen aufbauen zu können“, sagt Florian Jung, der das Projekt für den Kinderschutzbund koordiniert.

Die herzliche Verabschiedung sprach dann für sich: Immer wieder betonten die Senior*innen, wie viel Freude ihnen der Vormittag bereitet habe und wie sehr sie sich auf das nächste Mal freuen. Und auch die Kinder gingen mit strahlenden Gesichtern zurück zur Kita.